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"Juden im Iran Träumen Davon, Nach Israel zu Ziehen"

December 28, 2007

Größte Gruppe jüdischer Einwanderer aus dem Iran seit Umwälzungen 1979 in Israel eingetroffen - "Keine einfache Entscheidung"


Verwandte begrüßen die Neuankömmlinge am Flughafen bei Tel Aviv.

Tel Aviv - Tränenreiche Ankunft in Israel: In Israel ist am Dienstagabend die größte Gruppe jüdischer Einwanderer aus dem Iran seit dem Sturz des Schah-Regimes und der islamischen Revolution 1979 eingetroffen. Da es zwischen Israel und dem Iran keine direkten Flugverbindungen gibt, mussten die 40 Einwanderer über ein geheim gehaltenes Drittland ausfliegen. "Im Iran war ich dreimal im Gefängnis unter der Anschuldigung, ein Spion zu sein. Ich bin deshalb zusammen mit meiner Ehefrau geflohen", erklärte der 53-jährige Abraham Dajan, der am Flughafen von seinem Sohn abgeholt wurde, den er elf Jahre nicht gesehen hatte.

Im Iran leben etwa 25.000 bis 28.000 Juden. Diese dürfen ihre Religion ausüben. Die hebräische Sprache wird aber öffentlich nicht toleriert. Die jüdischen Gemeinden vor Ort beklagen auch zunehmende antisemitische Angriffe. "Als Jude hatte ich Angst", sagte ein 15-Jähriger nach der Landung. Viele der Neueinwanderer und ihre israelischen Verwandten brachen in Tränen aus.

"Träumen"

"Alle Juden im Iran träumen davon, nach Israel zu ziehen. Aber es ist keine einfache Entscheidung. Im Iran können sie weder ihre Wohnungen noch ihre Geschäfte verkaufen. Sie verlassen den Iran reich, landen in Israel aber arm", erklärte eine Frau, die am Dienstag auf die Landung ihres Bruders wartete. Sie hatten sich nach einem Bericht der Tageszeitung "Jediot Achronot" seit 40 Jahren nicht mehr gesehen. "Ich will hier in die Schule gehen, aber ich weiß nicht ob hier auf Persisch unterrichtet wird", sagte der neunjährige Mosche, der zusammen mit seiner Familie nach Israel gekommen war.

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat mehrfach das Existenzrecht Israels in Frage gestellt. Jüdische Organisationen fördern nun verstärkt die Einwanderung der jüdischen Bevölkerung nach Israel. "Wir wollen die meisten noch bis 2010 in ein Sicherheit bringen", sagte ein Vertreter der Jewish Agency, die die jüdische Einwanderung nach Israel organisiert. Die Neueinwanderer erhielten eine Starthilfe von jeweils 10.000 US-Dollar (6.950 Euro). Seit Jahresanfang sind nach offiziellen israelischen Angaben insgesamt rund 200 iranische Juden nach Israel umgezogen, dreimal so viele wie 2006. (APA)

© 2008 derStandard.at


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