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Juedisches Leben
Teddy Kollek (geb. 1911)
Langzeitbürgermeister von Jerusalem (1965-1993)

Teddy Kollek

Viel hat das moderne Jerusalem den Anstrengungen des Bürgermeisters Teddy Kollek zu verdanken. Er arbeitete für die finanzielle, kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt, damit sie ihrer Reputation als Hauptstadt des modernen Staates Israel gerecht werde.

Kollek wurde in Wien geboren und war in der HeChalutz (Pionier) Bewegung aktiv. 1934 ging er nach Palästina, wo er zu den Gründern des Kibbutz Ein Gev gehörte. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war er in mehreren Funktionen im Ausland. Er vertrat jüdische Interessen in Europa, traf Adolf Eichmann und arrangierte einen Transfer von dreitausend jüdischen Jugendlichen nach England. 1940 bis 1947 arbeitete Kollek für die Jewish Agency in Europa, hielt enge Kontakte mit dem jüdischen Untergrund und war an verschiedenen "Bricha" Rettungsunternehmen beteiligt. 1947 bis 1948 war er Vertreter der Haganah in Washington und half bei der Beschaffung von Munition für die neue Armee des zukünftigen Staates. In den frühen Fünfzigerjahren war Kollek Botschafter in Washington, kehrte aber wegen seiner Nähe zu Ben Gurion 1952 nach Israel zurück, um der Chef des Büros des Ministerpräsidenten zu werden, ein Amt, das er bis 1964 innehatte.
Er war Gründer und Direktor des Israel Museums, der nationalen Museumsanlage, von der er glaubte, sie werde grundlegend zu Jerusalems politischem Prestige als Hauptstadt beitragen.

1965 wurde Teddy Kollek zum Bürgermeister von Jerusalem gewählt und hielt diese Position die nächsten 28 Jahre. Als Regierender über die wiedervereinte Stadt von 1967, war Kollek nicht nur mit der geographischen und administrativen Vereinigung konfrontiert, sondern auch mit der sozialen. Viele von Kolleks intensivsten Bemühungen bezogen sich darauf, die Abstände zwischen den verschiedenen ethnischen und religiösen Bevölkerungsteilen zu überbrücken. Er erkannte die Bedürfnisse des arabischen Sektors innerhalb der jüdischen Hauptstadt ebenso, wie er die religiösen Werte der ultraorthodoxen Gemeinde respektierte und sich jeglichen Versuchen von religiösen Zwängen in Stadtangelegenheiten widersetzte. Seine Kontakte zu Minderheiten, vor allem zu den arabischen Bürgern Jerusalems, befremdeten mitunter seine Wähler, aber Kolleks Offenheit und Toleranz brachten ihm den Respekt vieler, in und ausserhalb Jerusalems, ein.

In Kolleks Amtszeit, vor allem nach der Wiedervereinigung, wuchs Jerusalem an Grösse und Vielfalt. Neue Stadtteile, in der Stadt und in den Vororten, entstanden, Parks, Gemeindezentren, erzieherische udn religiöse Institutionen wurden unterstützt. Alleen und landschaftsgestalterische Projekte veränderten das Antlitz der Stadt genauso schnell wie die Urbanisation und die neuen Schnellstrassen, die Hügel und Täler durchschnitten. Der Gründer des Israel Museums baute andere kulturelle Einrichtungen, wie das Jerusalemer Theater, das nun einen ganzen Komplex einnimmt. Kollek kontrollierte den Wiederaufbau des Jüdischen Viertels in der Altstadt, die Restaurierung vieler historischer Wahrzeichen und den Fortschritt archäologischer Forschungen. Viele von Kolleks Projekten waren das Ergebnis seines hartnäckigen, aber erfolgreichen Fundraising. 1991 etablierte er die Jerusalem Foundation, deren Ziel die ästhetische und kulturelle Entwicklung der Stadt ist. 1988 erhielt Kollek den Israel Preis für seine besonderen Beiträge zum Land.
Fünf Jahre später entschied er sich, seinen geplanten Ruhestand zu verschieben und nochmals zu kandidieren, verlor jedoch an den Likud Kandidaten Ehud Olmert.


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