• Árpád Herczeg and Balázs Várnai in Jaffa - Arpi's last address in Israel in 1950. Arpad holds a photograph of him and a friend when they lived in Jaffa in the 1940s

    Árpád Herczeg, a Holocaust survivor returned after 63 years to find a developed Israel, and Balázs Várnai , who is visiting for the first time.

    Noam Sharom, The Jewish Agency for Israel ©
  • Árpád, Balázs, and Yehudit in Jaffa on the last day of the Intergeneration tour around Israel

    Árpád, Balázs, and Yehudit in Jaffa on the last day of the Intergeneration tour around Israel: eighty-two year-old Árpád Herczeg introduces himself as Árpi, "But in Israel, I am Meir."

    Noam Sharon, The Jewish Agency for Israel ©
  • Clock Tower, Jaffa: Generations of Hungarian Jews tour Israel together

    Glockenturm im blühenden Jaffa: Verschiedene Generationen ungarischer Juden auf der Reise durch Israel.

    Noam Sharon, The Jewish Agency for Israel ©
  • Das Programm Intergeneration stellt Kontakte zwischen den Generationen ungarischer Juden und zwischen ihnen und Israel her.

    Das Programm Intergeneration stellt Kontakte zwischen den Generationen ungarischer Juden und zwischen ihnen und Israel her.

    Noam Sharon, The Jewish Agency for Israel ©
  • Ungarische Holocaustüberlebende geben ihre Geschichte an die dritte Generation weiter, die ihre jüdische Identität erkundet.

    Ungarische Holocaustüberlebende geben ihre Geschichte an die dritte Generation weiter, die ihre jüdische Identität erkundet.

    Noam Sharom, The Jewish Agency for Israel ©
  • Alle Holocaustüberlebenden wurden in den Monaten ihrer Reise durch Israel von einem jüngeren Teilnehmer begleitet.

    Alle Holocaustüberlebenden wurden in den Monaten ihrer Reise durch Israel von einem jüngeren Teilnehmer begleitet.

    Noam Sharon, The Jewish Agency for Israel ©
Experience Israel

Für Generationen

Im Programm Intergeneration erleben junge ungarische Erwachsene und Holocaustüberlebende gemeinsam Israel.

Der 82 Jahre alte Árpád Herczeg stellt sich als Árpi, vor: "Aber in Israel bin ich Meir."

Árpi ist nicht nur deshalb ein ungewöhnlicher Teilnehmer, weil er einst die UdSSR bei den Vereinten Nationen vertrat und weil er in der Mongolei stationiert war, sondern vor allem deshalb, weil das Programm Intergeneration gewöhnlich nur den Juden eine Taglit-Birthright anbietet, die noch nie in Israel waren. Árpi dagegen lebte von 1945 bis 1950 in Israel.

Das Programm geht ins sechste Jahr. Es wurde von der Jewish Agency gemeinsam mit dem American Joint Distribution Committee ins Leben gerufen. Jetzt tragen auch die Claims Conference und der Vereinigte jüdische Verband von Tidewater (United Jewish Federation of Tidewater) generös zum Programm bei. Das Programm ist einzigartig, denn es bringt junge Erwachsene ebenso wie Holocaustüberlebende nach Israel, die das Land noch nie besucht haben.

Im Alter erinnern sich viele gern und möchten, dass andere an der Erinnerung teilhaben. Wenn sie über den Holocaust sprechen, scheint es den Holocaustüberlebenden oft, dass die zweite Generation sich nicht dafür interessiert. Das entmutigt sie, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Hier finden sie die Möglichkeit, Einfluss auf die Identität der jüngeren Generation zu nehmen. Das Bemühen um die Jugend der dritten Generation gibt ihnen Kraft und lindert den eigenen Schmerz. Das gemeinsame Erlebnis in Israel stärkt das Bewusstsein für das gemeinsame Schicksal der Generationen, zwischen denen Jahrzehnte liegen.

Die Koordinatorin des Programms Intergeneration, Andrea Szőnyi, sagt, dass die junge Generation trotz der Verstrickung von Holocaust und sowjetischem Kommunismus "ihren Weg geht und beginnt, sich über die eigene Identität klarzuwerden." Die junge Generation wählt Programme wie Intergeneration, die sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft gerichtet sind.

Árpi repräsentiert lebende Geschichte, ein wesentliches Fundament des jüdischen Volkes.  

Während des 2. Weltkriegs wurde seine Familie auseinandergerissen, der Vater erschossen und er selbst über die Grenze in ein Konzentrationslager in Österreich verschleppt.

Im Mai 1945 kehrte Árpi an einen Ort zurück, der nicht mehr sein zu Hause war. So kam er im Alter von 13 Jahren in das britische Mandatsgebiet.

Er hatte keine Papiere. Seine erste Adresse im Land war das Gefangenenlager Atlit. Später ging er in das Jugenddorf Ben Shemen, lernte Hebräisch, traf Ben Gurion und erlebte die israelische Staatsgründung. Árpi schloss sich Hagana Leumi an und verteidigte die Unabhängigkeit des neuen Staates.

Als er 1950 erfuhr, dass seine Mutter Dachau überlebt hatte, ging er zurück nach Budapest. Nach zwei Abschlüssen machte er Karriere und gründete eine Familie. Und bis zu seiner Intergeneration-Reise kehrte er nicht mehr nach Israel zurück.   

Árpis Gruppe reiste acht Tage durch Israel, von Süden nach Norden, war in Tel Aviv, am Toten Meer und im Kibuz in Kinneret, das von Ungarn besiedelt wurde. Einen schweren und bewegenden Tag verbrachte die Gruppe im Yad Vashem Museum und an der Klagemauer.

Die Reise begann jedoch schon acht Monate zuvor. Nach einem intensiven Auswahlverfahren traf sich die Gruppe im Februar erstmals. Die Teilnehmer verbrachten gemeinsam einen Monat, um sich kennenzulernen. Die jungen Teilnehmer hatten die Aufgabe, zum israelischen Leben zu recherchieren und einen sie interessierenden Aspekt vorzustellen. Anschließend erhielt jeder Holocaustüberlebende einen Partner.

Árpi bildete ein Paar mit Balázs Várnai, einem 32 Jahre alten Architekten, der die Reise antrat, um sich im Vorfeld wichtiger Entscheidungen über die eigene Zukunft mit der Vergangenheit seiner Vorfahren zu befassen.

Balázs berührte vor allem die Art, wie sich die Überlebenden "mit ihren Geschichten für die jüngeren Teilnehmer öffneten". Manche dieser Geschichten ist nie zuvor erzählt worden und mancher der Zuhörer hat seinen eigenen Großvater nie kennengelernt.

Bevor die Teilnehmer Budapest verließen, wurden sie gefragt, ob sie Bedenken hätten. Und tatsächlich sagte eine Teilnehmerin, sie fürchte sich, etwas zu erleben, das sie bereuen lasse, dass sie einst beim Aufbau Israels nicht dabei war.

Árpi konnte der Gruppe erklären, wie Israel von denen aufgebaut wurde, die es zu ihrer Heimat machten. Höhepunkt der Reise war der Besuch von Jaffa, seinem letzten Wohnort in Israel 1950. Er war sichtlich beeindruckt davon, wie sehr sich Israel seit jener Zeit verändert hat, erzählte vom Chinin, das damals bei jeder Mahlzeit gegen Malaria ausgegeben wurde und von den wilden Tieren, die sie von ihrem Fenster aus beobachten konnten. Er sagte, die Generation von Balázs "kann sich nicht vorstellen, wie Israel damals aussah" - es war eine Wüste Brachland.  

Im Ergebnis der Reise, beschlossen Fruszi und Mate, zwei Teilnehmer, die sich während des Programms kennengelernt hatten, Teil der Entwicklung des Landes zu werden. Sie machten die Alija und nahmen ein Holocaust-Studium an der Universität Haifa auf.

L'dor va'dor - von Generation zu Generation.

 

20 Dez 2013 / 17 Tevet 5774 0
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Margot Saffer is an olah chadasha writing from Jerusalem, Margot holds degrees in English, Media, and Psychology (cum laude), and a MPhil in Life-Writing. Her poetry, prose, journalism, and academic work have been published in three languages, on four continents. Her interests are social activism, giving voice to minority populations, and personal profiles.